McKinsey: Strombedarf von Rechenzentren wächst bis 2030 um 24 % pro Jahr

Der Strombedarf von Rechenzentren könnte bis 2030 um durchschnittlich 24 % pro Jahr wachsen. Das geht aus McKinseys Global Energy Perspective 2026 hervor, über die Data Center Knowledge am 7. Oktober berichtete. Interessanter ist die andere Hälfte der Aussage: In McKinseys wahrscheinlichsten Szenarien bleibt das Stromangebot für den Rest des Jahrzehnts unter dem, was der Ausbau der Rechenkapazität bräuchte. So formulierte es Partner Sam DeFabrizio im Interview, und die Beratung folgert, dass die verfügbare Leistung und nicht die Nachfrage nach Rechenleistung bestimmen wird, wie viel Kapazität tatsächlich in Betrieb geht.

Wo die Engpässe liegen

McKinsey verfolgt nach eigenen Angaben monatlich die Kaufzusagen für CPUs und GPUs sowie die Investitionen der Hyperscaler und stellt sie dem Tempo gegenüber, in dem sich Energieinfrastruktur bereitstellen lässt. Die genannten Engpässe kennt jeder, der schon einmal einen großen Standort ans Netz bringen wollte: Netzanschlusszusagen, Genehmigungen, lokale Moratorien, Lieferzeiten für Transformatoren, Bau- und EPC-Kapazitäten sowie die Verfügbarkeit von Turbinen, Hubkolbenmotoren und Brennstoffzellen.

Die Prognose kann sich in beide Richtungen verschieben. Mehr Fertigungskapazität für Turbinen, schnellere Netzanschlüsse und zügigere Genehmigungen ließen das Angebot schneller wachsen als erwartet. Knappe Baukapazitäten oder größere Effizienzgewinne als angenommen (bei KI-Modellen, in der Gebäudeplanung oder durch zeitliches Verschieben von Rechenlasten) würden die Nachfrage unter das Basisszenario drücken.

Die Eigenerzeugung bleibt, wenn das Netz kommt

Um die Fristen der Netzbetreiber zu umgehen, setzen Entwickler auf Gasmotoren und -turbinen, Brennstoffzellen und Batterien. DeFabrizio nennt Erdgas den schnellsten Weg zu gesicherter Leistung, mit einer Einschränkung: Der Wettbewerb um Pipelinekapazität kann Gaskraftwerke verzögern, und Standorte, die aus Gründen der Zuverlässigkeit eine redundante Gasversorgung brauchen, haben es schwerer. Wer nahe an Fördergebieten baut, entschärft das Pipelineproblem, doch Wegerechte bleiben in kurzen Zeitplänen schwer zu sichern. Batterien helfen bei Kosten und Flexibilität, ohne Erzeugung dahinter hinterlassen sie aber eine Lücke bei der Zuverlässigkeit.

Laut McKinsey kombinieren bereits mehr als 60 % der Betreiber Eigenerzeugung vor Ort mit einem Netzanschluss. DeFabrizio erwartet, dass viele ihre Anlagen behalten, wenn das Netz da ist, und sie als flexible Ressource für das Netz, als Notstrom und zur gelegentlichen Unterstützung betreiben – mit weniger Betriebsstunden und geringeren lokalen Emissionen.

Dieselben Motoren, ein anderer Betrieb

Dieser letzte Punkt verdient die Aufmerksamkeit aller, die Motoren für solche Standorte kaufen. Eine Anlage, die als Dauerstromversorgung beginnt, dann zur Notstromanlage mit gelegentlicher Netzstützung wird, durchläuft im Laufe ihres Lebens drei verschiedene Betriebsprofile. Nennleistung, Wartungsintervalle, Brennstoffversorgung und Kühlsystem werden jeweils für einen bestimmten Betrieb ausgewählt. Ein Stromaggregat, das nur für den Notstrombetrieb gekauft wurde, ist in der Regel nicht für lange Laufzeiten unter hoher Last ausgelegt; ein für Dauerbetrieb gekauftes Aggregat, das später selten läuft, muss lange kalte Stillstände und schnelle Starts verkraften.

Zu Beginn sollte daher geklärt werden, welche dieser Betriebsarten die Anlage leisten können muss – nicht nur, welche sie im ersten Jahr leistet. Anfang der Woche haben wir über den Nachfrageausblick der EIA berichtet; McKinseys Einschätzung weist für Rechenzentren und die Stromerzeugung um sie herum in dieselbe Richtung.

Quellen: Data Center Knowledge

Weitere Beiträge

Kontakt

Senden Sie uns die Wärmeleistung, die Medientemperaturen und Durchflüsse, die Umgebungsbedingungen und die Einbaugrenzen. Wir antworten mit einem Auslegungsvorschlag – oder schreiben Sie uns über .

Ich interessiere mich für Eine Anfrage erreicht beide Unternehmen der Gruppe.
Send us files

Werk von TECS Engineering, Menemen, İzmir