Für das dritte Gaskraftwerk, das EdgeConneX für seinen Rechenzentrums-Campus in New Albany, Ohio, bauen will, war am Abend des 22. Oktober eine öffentliche Anhörung des Ohio Power Siting Board angesetzt. Das Projekt PowerConneX New Albany 3 soll die Hauptstromquelle für Rechenzentren von EdgeConneX an der Clover Valley Road in Jersey Township, Licking County, werden.
Was im Antrag steht
Laut Construction Review Online nennen die Genehmigungsunterlagen 30 Erdgasmotoren, 12 Notstrom-Dieselaggregate und vier Schwarzstartmotoren. Die Leistung wird in diesem Bericht mit 430 MW angegeben; die Umweltgruppe Save Ohio Parks, die das Kraftwerk ablehnt, spricht unter dem Aktenzeichen 26-0361-EL-BGN von 450 MW. Die zu versorgenden Rechenzentren gehören zu geplanten Gebäuden mit insgesamt 1,2 Millionen Quadratfuß.
Es ist bereits der dritte Schritt auf demselben Gelände. Nach Angaben von Save Ohio Parks lief das erste Kraftwerk mit 120 MW durch das beschleunigte Verfahren der Behörde, das zweite mit 216 MW durch das reguläre. Die eigene Projektseite von EdgeConneX beschreibt ein erstes Energiezentrum mit bis zu 140 MW, das im Juli 2025 seine Genehmigung erhielt, im September desselben Jahres in Bau ging und dessen erster Motorsatz bis September 2026 in den kommerziellen Betrieb gehen soll; alle Motoren sollen frühestens ab Februar 2027 laufen.
Die Emissionswerte, auf die sich die Gegner berufen
Save Ohio Parks zitiert den Antrag auf Luftreinhaltegenehmigung: rund 2,03 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr, 161,3 Tonnen Stickoxide, 218,8 Tonnen Kohlenmonoxid, 214,2 Tonnen Ammoniak und 63,8 Tonnen gefährliche Luftschadstoffe, davon 23,7 Tonnen Formaldehyd. Construction Review Online berichtet von den Sorgen der Gegner um mehr als 13.000 Kinder, die im Umkreis von fünf Meilen leben, um die Landwirte der Gegend und um die Stromrechnungen. EdgeConneX erklärt, die Emissionen würden innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte bleiben.
New Albany entwickelt sich zu einem Cluster solcher Anlagen. Dieselbe Gruppe führt ein 500-MW-Kraftwerk für das Rechenzentrum Prometheus von Meta mit 27 Gasturbinen im offenen Kreislauf und vier Hubkolbenmotoren auf, dessen Anhörung am 6. Oktober stattfand – neben drei bereits genehmigten Kraftwerken mit 200 bis 250 MW für diesen Campus.
Motoren als Hauptversorgung
Dreißig Motoren, Dieselaggregate für den Notfall und eigene Schwarzstartaggregate – so sieht ein Kraftwerk aus, das ohne Netz im Rücken laufen soll, keine Notstromanlage. An einem solchen Standort müssen die Motoren die Rechenzentrumshallen auch am heißesten Nachmittag des Jahres tragen, während einige von ihnen in Wartung sind, und der Eigenbedarf der Anlage, von den Kühlerlüftern bis zu den Pumpen, geht von dem ab, was für die IT-Last übrig bleibt. Mehrere solcher Kraftwerke nebeneinander in einem Gewerbegebiet werfen zudem die Frage auf, wessen Abgas und Warmluft an wessen Ansaugung ankommt. Mehr zur Stromerzeugung mit Motoren.
Quellen: Construction Review Online, Save Ohio Parks, EdgeConneX
