EIA: PJM, ERCOT und SPP mit Lastrekorden im Sommer 2026

Drei US-Netzbetreiber haben in diesem Sommer mehr Last getragen als je zuvor. In einer am 15. Oktober veröffentlichten Notiz meldet die U.S. Energy Information Administration (EIA) neue stündliche Spitzenwerte für PJM, ERCOT und den Southwest Power Pool. Grundlage sind die Daten, die die Regelzonenverantwortlichen über das Formular EIA-930 melden. Die meisten Spitzen fielen in regionale Hitzewellen eines Sommers, den die EIA für das Land insgesamt als den heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen bezeichnet; Klimaanlagen trieben die Nachfrage nach oben.

Die Zahlen

  • PJM: 162,6 GW am 2. Juli 2026, 1,3 % über den 160,6 GW vom 23. Juni 2025.
  • ERCOT: 91,1 GW am 22. Juli 2026, 6,5 % über dem bisherigen Rekord von 85,5 GW, den die EIA auf den 20. August 2024 datiert.
  • SPP: 58,0 GW am 27. Juli 2026, 3,5 % über den 56,0 GW vom 21. August 2023.

Die übrigen Regionen kamen nahe heran, ohne ihre Bestwerte zu übertreffen. CAISO erreichte am 9. September 50,0 GW, der Rekord aus dem Jahr 2022 liegt bei 51,1 GW. ISO-NE kam auf 25,3 GW und NYISO auf 31,1 GW, beide am 2. Juli und beide unter ihren Höchstwerten vom Juni 2025. Die 121,5 GW von MISO am 30. Juni sind der höchste Wert im stündlichen Netzmonitor der EIA; MISO selbst nennt jedoch 127,1 GW aus dem Juli 2011, also aus der Zeit, bevor die EIA Stundenwerte erfasste. Die EIA weist zudem darauf hin, dass die EIA-930-Werte so veröffentlicht werden, wie sie gemeldet wurden, und von den Angaben der Betreiber abweichen können.

Der Sprung bei ERCOT verdient Aufmerksamkeit

PJM und SPP haben ihre Rekorde um wenige Prozent verschoben. ERCOT legte in einem Schritt 5,6 GW zu. Die EIA-Notiz trennt die Spitze nicht nach Wetter und neuer Last auf und erwähnt Rechenzentren überhaupt nicht. Welcher Anteil des Sprungs auf neue Campusse entfällt, geht aus den Daten also nicht hervor. Anfang des Monats hatte die EIA für 2026 und 2027 einen Rekordstromverbrauch in den USA prognostiziert und dabei Rechenzentren als einen Treiber genannt (unser Bericht).

Wer Notstrom- oder Eigenerzeugungsanlagen betreibt, sollte auf den Kalender ebenso achten wie auf die Gigawatt. Das Netz ist genau an den Nachmittagen am knappsten, an denen die Außenluft am heißesten ist. Dann kann ein Versorger Großkunden bitten, ihre eigenen Stromaggregate zu starten, und dann arbeiten diese Motoren, ihre Generatoren und ihre Kühltechnik bei der höchsten Umgebungstemperatur des Jahres. Ein Lasttest im April zeigt nicht, wie sich die Aggregateanlage eines Rechenzentrums an einem Juli-Nachmittag nach mehreren heißen Tagen in Folge verhält.

Ein praktischer Hinweis für Projektteams: Die Auslegungs-Umgebungstemperatur in einer Spezifikation stammt oft aus einer älteren Klimatabelle. Nach einem Sommer wie diesem lohnt es sich, sie mit den Stationsdaten der letzten Jahre abzugleichen.

Quellen: U.S. Energy Information Administration, Microgrid Media

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