HD-Hyundai-Tochter erhält Gasmotorenauftrag über 390 Mrd. KRW für US-Rechenzentren

Der US-Markt für Rechenzentren hat einem koreanischen Motorenhersteller einen beachtlichen Gasmotorenauftrag beschert. HD Construction Equipment aus der HD-Hyundai-Gruppe (The Elec meldet den Auftrag unter dem Namen HD Hyundai Infracore) unterzeichnete am 7. Oktober mit ERock, einem US-Anbieter dezentraler Energiesysteme, einen Vertrag über Gasmotoren-Long-Blocks im Wert von 390 Milliarden Won. Die koreanische Presse rechnete dies je nach zugrunde gelegtem Wechselkurs in 276 bis 291 Millionen US-Dollar um. Geliefert wird von 2027 bis 2028.

Es handelt sich um hocheffiziente Gasmotoren der 22-Liter-Klasse. Laut The Korea Herald und Seoul Economic Daily baut ERock sie in Stromaggregate ein, die Hyperscale-Rechenzentren großer US-Technologiekonzerne mit Strom versorgen. Weder die Endkunden noch die Standorte wurden genannt.

Ein Long Block, kein Stromaggregat

HD liefert einen teilmontierten Motor; The Elec beschreibt den Long Block als Hauptbaugruppe des Motors ohne Kraftstoff- und Zündsystem. Generator, Steuerung, Grundrahmen und Kühlpaket sind Sache des Packagers. Diese Aufteilung ist im Geschäft mit Gas-Stromaggregaten üblich, und sie erklärt, warum der Auftrag unter dem Namen eines Motorenherstellers erscheint, während das fertige Produkt den Namen eines anderen tragen wird.

Wer einen Standort mit solchen Aggregaten plant, bekommt die Motordaten und die Paketdaten deshalb von zwei verschiedenen Firmen. Welche Wärme über das Motorkühlwasser und den Ladeluftkreis abgeführt werden muss, legt der Motor fest; wie sie abgeführt wird und bis zu welcher Standorttemperatur das Aggregat seine Nennleistung hält, entscheidet der Packager. Wenn wir in einer Anfrage eine Lücke sehen, dann meist hier: Das Motordatenblatt kommt, die Bedingungen für das Paket fehlen.

Größere Motoren aus Gunsan

Bei 22 Litern will es das Unternehmen nicht belassen. Nach eigenen Angaben soll das neue Motorenwerk in Gunsan in der Provinz Nord-Jeolla später in diesem Monat fertiggestellt werden und als Produktionsbasis für große Stromerzeugungsmotoren von 1 MW bis 3 MW dienen. The Korea Herald berichtet von Plänen für einen 37-Liter-Motor mit rund 1,5 MW im Jahr 2027 und einen 77-Liter-Motor mit rund 3 MW im Jahr 2028. Das Unternehmen bezeichnete den ERock-Vertrag als Anerkennung seiner Motorentechnik im Markt für die Stromversorgung von Rechenzentren.

In diesem Leistungsbereich liegen heute die etablierten Gas- und Dieselmotoren für Stromaggregate in Rechenzentren, und hier waren die Lieferzeiten am längsten. Eine neue Bezugsquelle für Motoren von 1–3 MW ist für Packager, die auf Fertigungsslots warten, von unmittelbarem Interesse. Allerdings braucht eine neue Motorenbaureihe erst Betriebsstunden im Feld, bevor Käufer von Prime- oder Standby-Leistung sie wie die etablierten Anbieter behandeln.

Wer ERock ist

ERock beschreibt sich als Unternehmen, das erdgasbasierte dezentrale Erzeugungsanlagen in Verbindung mit eigener Software für Gewerbe-, Industrie- und Versorgungskunden in Nordamerika plant, errichtet und wartet. Seine Baureihe von Gas-Stromaggregaten ist auf den schnellen Einsatz bei Rechenzentren und Versorgern ausgerichtet, die regelbare Leistung brauchen. Der Vertrag passt ins Bild der vergangenen Monate, in denen Motorenkraftwerke an US-Rechenzentren von der Übergangslösung zur fest eingeplanten Versorgung geworden sind.

Quellen: The Korea Herald, Seoul Economic Daily, The Elec, GuruFocus

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