Exelon will in fünf Jahren wieder regulierte Erzeugung besitzen

Exelon, die Holdinggesellschaft von sechs US-Versorgern, erwartet, innerhalb von fünf Jahren wieder regulierte Kraftwerke zu besitzen. Das sagte ein Manager des Unternehmens in einem Interview, das POWER am 21. Oktober veröffentlichte. Exelon hatte seine Erzeugung bei der Aufspaltung 2022 von Constellation Energy abgegeben und besitzt heute nur noch Übertragungs- und Verteilnetzgeschäfte: ComEd, PECO, BGE, Pepco, Delmarva Power und Atlantic City Electric. Sie versorgen rund 10,9 Millionen Strom- und Gaskunden, alle innerhalb des PJM-Netzes.

Die Warteschlange für neue Last

Der Grund ist die Last. Exelon zählte Ende 2025 18 GW hochwahrscheinliche Rechenzentrumsnachfrage. Nachdem das Unternehmen verlangt hatte, dass Kunden Netzsicherheitsvereinbarungen unterzeichnen, sank die Zahl im zweiten Quartal 2026 auf etwa 11 GW, davon rund 9 GW im Gebiet von ComEd und 2 GW im Mid-Atlantic-Raum. Weitere 25 GW werden untersucht oder warten auf eine Untersuchung. Zum Vergleich: POWER weist darauf hin, dass ComEds Höchstlast aller Zeiten, 2011 gemessen, bei 23.753 MW lag. Der Manager sagte, die wahrscheinliche Last und die Pipeline zusammen würden diesen Wert mehr als verdoppeln.

Unter einer solchen Vereinbarung hat ein Kunde 30 Tage Zeit zum Unterzeichnen, zahlt zehn Jahre lang die Netzkosten für die angeforderte Last und stellt Sicherheiten. Exelon sagt, das solle andere Stromkunden schützen, falls ein Projekt nie gebaut wird. Der Rückgang von 18 auf 11 GW kam nach Beginn der Prüfung.

Warum der Kapazitätsmarkt in der Kritik steht

Der Manager argumentierte, die Kapazitätsauktionen von PJM setzten ein Preissignal jeweils für ein Jahr, drei Jahre im Voraus. Der Bau eines Kraftwerks dauert dagegen fünf bis sieben Jahre oder mehr. Exelons eigene Rechnung, wie POWER sie wiedergibt: PJM-Kunden zahlten in zwei Auktionen 32 Milliarden Dollar an Kapazitätspreisen und bekamen dafür 1,2 GW weniger Erzeugung. Die Auktion 2028/2029 blieb 6.831 MW unter der Zuverlässigkeitsvorgabe von PJM. Die FERC akzeptierte am 29. September die Reliability-Backstop-Beschaffung von PJM, ließ sie aber bis zum 28. Februar 2027 ruhen. Am 9. Oktober lehnte sie den Interim-Dienst von PJM zur Ressourcenangemessenheit ab. Der Manager nannte den Backstop eine Maßnahme, die eine Verschlechterung verhindern soll, aber keine Lösung.

Exelon will Landesgesetze, die regulierten Versorgern erlauben, Erzeugung vorzuschlagen, zu bauen und zu besitzen, vorbehaltlich der Zustimmung des Staates. Ein konkreter Vorschlag ist eine im Besitz des Versorgers stehende 500-MW-Batterie im Süden von New Jersey. Das Interview sagt nicht, welche Erzeugungstechnik Exelon für eigene Anlagen wählen würde.

Was ein Planer daraus mitnimmt

Für alle, die Anlagentechnik planen oder einkaufen, zählt vor allem der Zeitversatz: Ein Projekt, das fünf bis sieben Jahre braucht, wird gegen einen Markt geplant, der jeweils ein Jahr preist. Würden Staaten den Weg für versorgereigene Kraftwerke öffnen, kämen Bestellungen für Motoren, Turbinen und das übrige Equipment von einem Käufer mit anderem Risikoprofil als von einem Projektentwickler im Markt. Das ist eine Möglichkeit, keine Prognose, und das Interview behauptet es auch nicht.

Dasselbe Netz steckt hinter anderen aktuellen Meldungen: PJMs Studie zu einem gasgestützten KI-Campus in Ohio mit 10 GW und dem 1.100-MW-Versorgungsvertrag von NiSource in Indiana. Mehr dazu, wie Erzeugungsanlagen Rechenzentren versorgen.

Quellen: POWER Magazine

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