MHI und Ingeteam kooperieren bei Strom für KI-Rechenzentren in den USA

Wer was unterzeichnet hat

Mitsubishi Heavy Industries und Ingeteam haben eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet, um bei der Energieinfrastruktur für Rechenzentren in den USA zusammenzuarbeiten. MHI gab die Vereinbarung am 15. Oktober in Tokio bekannt. Sie ist unverbindlich, die USA sind der erste Markt, und keine Seite nannte Zahlen zu Volumen oder Zeitplan.

Die Aufteilung ist einfach. MHI bringt die Systemintegration ein, seine Erfahrung mit großen Energieanlagen und industrieller Kühlung sowie über Concentric ein Servicenetz in Nordamerika. Ingeteam mit mehr als 4.000 Beschäftigten in 15 Ländern steuert rotierende elektrische Maschinen und Leistungselektronik bei: Leistungswandlersysteme, Generatoren, Batteriespeicher, Ausrüstung für Spannungsqualität und Netzstabilität sowie EMS-/SCADA-Leitsysteme.

Die Mitteilung nennt drei Punkte. MHI wird Ingeteams Produkten und Software für die Leistungswandlung den US-Markt für Rechenzentren öffnen. Beide prüfen, ausgewählte Ingeteam-Technik in MHIs eigene Konzepte für Energieinfrastruktur einzubauen. Und sie wollen weitere Zusammenarbeit bei Mittelspannungsverteilung, Energiemanagement und anderer Ausrüstung für Hochleistungsrechnen ausloten, vorbehaltlich technischer und kaufmännischer Prüfung.

Es geht um Spannungsqualität, nicht nur um Megawatt

Aufschlussreich ist, wie die Unternehmen das Problem beschreiben. Shin Gomi, bei MHI Leiter der Abteilung für Rechenzentren und Energiemanagement, sagt, die Branche sei vom Sichern der Stromversorgung dazu übergegangen, Strom in hoher Qualität bereitzustellen. KI-Trainingslasten schwanken schnell, und als Folge nennt die Mitteilung Oberschwingungen und Spannungsunsymmetrie, mit Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit und die Lebensdauer der Ausrüstung. Längere Wartezeiten auf Netzanschlüsse sind der zweite Treiber.

Das deckt sich mit dem, was Ingenieure an Erzeugungsstandorten derzeit hören. Eine große KI-Halle, die ihre Last innerhalb von Sekunden hoch- und herunterfährt, ist ein anderer Abnehmer als ein konventionelles Rechenzentrum mit flachem Lastprofil, und die nordamerikanischen Zuverlässigkeitsregeln für solche Lasten entstehen gerade (siehe unseren Beitrag zu den vorgeschlagenen NERC-Standards). Bei Motoren oder Turbinen vor Ort stellt sich die Frage, ob die Maschinen diese Schwankungen direkt abbekommen oder ob Umrichter und Speicher sie zuerst abfangen. Jeden Lastsprung, den die Elektronik aufnimmt, müssen die Antriebsmaschinen und ihre Hilfssysteme nicht mitgehen.

Ein MoU ohne Einsatztermine ist eher eine Richtungsangabe als ein Auftrag. Es zeigt aber, wo ein Konzern, der Turbinen, Motoren und Kühlanlagen baut, die Marge bei der Stromversorgung von Rechenzentren vermutet: in der elektrischen Ebene zwischen Generator und Rack. Mehr dazu, wie Stromerzeugungsanlagen in Rechenzentren eingesetzt werden.

Quellen: Mitsubishi Heavy Industries, DataCenterNews Asia

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