Die Datenhallen von Project Jupiter sind fast fertig, Strom haben sie noch keinen. Am 15. Oktober schlugen Oracle und der Microgrid-Entwickler Yucca Growth Infrastructure (YGI) eine Änderung an der Brennstoffzellenanlage von Bloom Energy vor, die Oracles Campus in Santa Teresa im Doña Ana County, New Mexico, versorgen soll: eine verbindliche Genehmigungsauflage, die begrenzt, wie viele Megawatt die Brennstoffzellen abgeben dürfen. Nach Angaben von Oracle sinken die genehmigten Emissionen dadurch um rund 35 %.
Eine Obergrenze statt neuer Technik
Laut Oracle gehen die prognostizierten Emissionen von Stickoxiden, Kohlenmonoxid, flüchtigen organischen Verbindungen, Feinstaub und gefährlichen Luftschadstoffen um rund 35 % zurück, die Treibhausgase von etwa 8,8 Mio. auf etwa 5,7 Mio. Tonnen pro Jahr. Es kommen keine neuen Anlagentypen und keine neuen Schadstoffe hinzu, die geplante IT-Kapazität bleibt gleich; die Verfügbarkeit für Kunden sei nicht betroffen, so das Unternehmen. YGI reichte die Änderung als Ergänzung zu seinem laufenden Antrag beim New Mexico Environment Department (NMED) ein. Den Wert der Obergrenze und die Zahl der Einheiten nennt die Mitteilung nicht.
Die Zahl der Einheiten fiel stattdessen bei einer Baustellenbesichtigung. Mahesh Thiagarajan, Leiter von Oracle Cloud Infrastructure, schätzte, dass der Campus rund 7.000 Brennstoffzellen benötigen wird, berichtete The Santa Fe New Mexican. Mehr als 4.000 Beschäftigte arbeiten auf der Baustelle, am Microgrid selbst hat die Arbeit aber noch nicht begonnen, solange die Genehmigung offen ist. Oracle schlug außerdem vor, El Paso Electric über zehn Jahre 100 Mio. US-Dollar für Notstromreserve zu zahlen, dazu Gutschriften von bis zu 55 Mio. US-Dollar pro Jahr über bis zu drei Jahre für die Kunden des Versorgers.
Die Genehmigung bleibt das Nadelöhr
Der Anhörungsleiter, der pensionierte Bundesrichter James O. Browning, hat die einwöchige öffentliche Anhörung in Sunland Park von September auf den 7. Dezember verlegt. Damit ist die Frist vom 23. November für die Entscheidung des NMED gegenstandslos. In diesem Monat veröffentlichte E-Mails zeigen, dass die eigenen Modellrechnungen des NMED höhere Schadstoffkonzentrationen ergaben als die früheren Arbeiten der Entwickler. Die Gruppe New Energy Economy hat beantragt, den Antrag als unvollständig abzuweisen; über diesen Antrag wird am 26. Oktober verhandelt. Die Zeitung zählt dies als vierten Antrag beim Bundesstaat innerhalb von 11 Monaten, und auch die Gasleitung, die die Anlage versorgen soll, verzögert sich. Oracle hatte bereits zuvor komprimiertes Gas per Lkw zu anderen Standorten gebracht, als Pipelines in Verzug gerieten (unser früherer Bericht).
Eine Leistungsobergrenze für eine Grundlast-Eigenerzeugung ist ein ungewöhnliches Instrument, und sie hat eine technische Seite, auf die die Mitteilung nicht eingeht. Wenn Tausende Einheiten nicht alle mit voller Leistung laufen dürfen, muss der Betreiber festlegen, welche davon Last tragen, wie viel Reserve bereitsteht und wie schnell sie abgerufen werden darf, ohne gegen die Genehmigung zu verstoßen. Der Reservevertrag mit dem Versorger deutet darauf hin, dass ein Teil der Antwort außerhalb des Betriebsgeländes liegt. Wer Eigenerzeugung für Rechenzentren plant, sieht an Jupiter, wie stark der Zeitplan inzwischen von der Luftreinhaltegenehmigung abhängt und nicht von der Ausrüstung.
Quellen: Oracle (über MarketScreener), The Santa Fe New Mexican (über Yahoo News), Microgrid Media
