Wer Motoren auf ihre Fundamente setzt, bevor die Emissionsgenehmigung vorliegt, baut bereits – und in Georgia hat das jetzt zwei Unternehmen Geld gekostet. Die Umweltbehörde des Bundesstaates, die Environmental Protection Division (EPD), verhängte gegen VoltaGrid, Eigentümer und Betreiber eines Gaskraftwerks in Covington (Newton County), ein Bußgeld von 11.500 $ und gegen Serverfarm, das das benachbarte Rechenzentrum baut, eines von 31.000 $. Die Vergleichsanordnungen (Consent Orders) wurden am 30. September veröffentlicht; Atlanta News First berichtete am 6. Oktober darüber, The Atlanta Journal-Constitution am 8. Oktober.
Was die Inspektoren vorfanden
Am 25. Juni ging bei der EPD eine Beschwerde ein, dass Motoren installiert würden, bevor Genehmigungen erteilt seien. Am 29. Juni besichtigten Inspektoren beide Standorte. Im Kraftwerk fanden sie acht Motoren in unterschiedlichen Montagestadien, keiner davon an Gas oder an das elektrische System angeschlossen. Nebenan standen 37 Diesel-Notstromaggregate in ähnlichem Zustand, ebenfalls ohne Anschluss an Brennstoff oder Strom. Serverfarm erhielt seine Bau- und Betriebsgenehmigung noch am selben Tag.
Am 2. Juli folgten Verstoßmitteilungen. Die an VoltaGrid enthielt einen Baustopp; bei einer zweiten Inspektion am 22. Juli ruhten die Arbeiten, 11 Motoren standen vor Ort. Beide Unternehmen erklärten gegenüber der Behörde, es habe ein Missverständnis darüber gegeben, was vor der Genehmigung zulässig sei. VoltaGrid gab an, seine Einheiten seien außerhalb gefertigt und in Covington nur montiert worden, und man sei davon ausgegangen, dass dies erlaubt sei, solange nichts an Brennstoff oder Strom angeschlossen werde. Mit der Unterzeichnung der Anordnungen hat keines der Unternehmen eine Haftung anerkannt. Die betreffende Vorschrift des Bundesstaates verlangt eine Genehmigung vor dem Bau jeder Anlage, die Luftschadstoffe ausstoßen kann.
Eine strengere Genehmigung
Für die Bürgerinitiativen vor Ort zählt weniger das Bußgeld als die überarbeitete Genehmigung. Laut AJC behandelt sie Kraftwerk und Rechenzentrum als eine einzige Emissionsquelle statt als zwei kleinere, was strengere Grenzwerte nach sich zieht. Das Kraftwerk hat 33 gasbetriebene Hubkolbenmotoren, von denen VoltaGrid höchstens 30 gleichzeitig betreiben darf. Unter diesen Auflagen darf weitergebaut werden.
Abgeschlossen ist der Fall nicht. Die Georgia Public Service Commission prüft, ob ein Kraftwerk, das rund um die Uhr für ein einzelnes Rechenzentrum außerhalb des öffentlichen Netzes läuft, mit zwei Landesgesetzen über Erzeugung und Verteilung von Strom vereinbar ist.
Die Falle der Kompaktanlage
Das Argument von VoltaGrid hören wir in anderer Form bei vielen Projekten. Ein Stromaggregat im Container oder ein Motor auf einem Skid kommt fertig aus dem Werk, das Aufstellen vor Ort fühlt sich daher nach Lieferung an, nicht nach Bau. Behörden können das anders sehen, und Georgia hat jetzt zwei Vergleichsanordnungen, die genau das festhalten.
Bei den heutigen Lieferzeiten für Motoren und Stromaggregate ist der Druck, Ausrüstung früh aufzustellen, verständlich. Auf Rechenzentrums-Baustellen entscheidet aber die Genehmigung, nicht der Liefertermin, wann die Motoren gesetzt werden dürfen – und die Auflagen (Anzahl der Einheiten, gleichzeitiger Betrieb, Emissionsgrenzwerte) können sich zwischen Entwurf und endgültiger Fassung noch ändern. Halten Sie das Layout flexibel, bis die Genehmigung rechtskräftig ist.
Quellen: Atlanta News First, The Atlanta Journal-Constitution
