Mitsubishi Heavy Industries hat in den sechs Monaten bis September 19 Großgasturbinen verbucht und hat nun 83 davon unter Vertrag, rund 37 GW. Die Zahlen stehen in den Halbjahresergebnissen, die der japanische Konzern am 6. November veröffentlicht hat, zusammen mit einer höheren Prognose für das Geschäftsjahr, das im März 2027 endet.
Weniger neue Einheiten, längere Liste
Nach Stückzahl war das Halbjahr ruhiger als vor einem Jahr: 19 Maschinen (8 GW) gegenüber 23 (10 GW) im gleichen Zeitraum des Geschäftsjahres 2025. Elf gingen nach Amerika, acht nach Asien; aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika kam kein Auftrag. Weil die Auslieferungen den Aufträgen um Jahre hinterherlaufen, wuchs der Auftragsbestand trotzdem, von 74 Einheiten (33 GW) Ende März auf jetzt 83.
In Geld gerechnet verbuchte das Geschäft mit GuD-Kraftwerken, das MHI als GTCC ausweist, Aufträge über 1.568,7 Milliarden Yen nach 1.438,7 Milliarden Yen im Vorjahr, und der Umsatz stieg von 427,3 Milliarden Yen auf 587,1 Milliarden Yen. Nach Angaben des Unternehmens waren die GTCC-Aufträge in Nordamerika und Asien besonders stark, und die Margen verbesserten sich. Im gesamten Konzern stieg der Auftragseingang um 9 Prozent auf 3.612,5 Milliarden Yen, der Umsatz um 19 Prozent auf 2.523,2 Milliarden Yen und das Geschäftsergebnis um 45 Prozent auf 249,3 Milliarden Yen, bei einem Gesamtauftragsbestand von 14,2 Billionen Yen. Ein Schwachpunkt ist das Dampfkraftgeschäft, in dem MHI Verluste bei IGCC-Anlagen verbuchte; für das Gesamtjahr sind dafür 70 Milliarden Yen eingeplant.
Acht Billionen Yen Aufträge erwartet
Die neue Jahresprognose sieht 8 Billionen Yen Auftragseingang statt 7 Billionen vor, 6 Billionen Yen Umsatz statt 5,4 Billionen und 600 Milliarden Yen Geschäftsergebnis statt 540 Milliarden. Innerhalb von Energy Systems steigt die GTCC-Auftragsprognose von 2,4 auf 3 Billionen Yen, was das Unternehmen auf zusätzliche aussichtsreiche Projekte zurückführt. MHI kündigte außerdem einen Aktienrückkauf von bis zu 300 Milliarden Yen an.
Geld für Motoren, nicht nur für Turbinen
Für die Aggregatebranche ist der Investitionsplan die interessantere Seite. Unter den derzeit geplanten Kapazitätserweiterungen nennt MHI rund 500 Milliarden Yen für GTCC einschließlich Heißgasteilen und 100 Milliarden Yen für Kapazitäten zum Bau von Motoren, die Stromerzeugungsanlagen für Rechenzentren antreiben. Die Präsentation nennt außerdem die Verdopplung der Fertigungskapazität für neue GTCC-Einheiten als Beispiel für die Arbeit an den Prozessen und erwähnt, dass MHI in Nordamerika Aufträge für Rechenzentrumsausrüstung erhalten hat. Das Geschäft mit Motoren und Turboladern verbuchte im Halbjahr Aufträge über 139,3 Milliarden Yen; als Quelle des Wachstums werden die asiatischen Märkte genannt.
Daraus lassen sich zwei praktische Schlüsse ziehen. Erstens: Auch eine Turbinenfertigung mit doppelter Kapazität hat noch 83 Einheiten vor sich, eine heute bestellte Großgasturbine ändert also nichts an der Lieferlage, die Mitsubishi Power auf der Singapore Energy Week beschrieben hat. Zweitens: Wenn ein Turbinenhersteller Geld in Motoren für Rechenzentren steckt, bestätigt das, dass Kolbenmotoraggregate einen Großteil der kurzfristigen Projekte übernehmen. Käufer haben damit mehr Auswahl bei den Motoren, aber die Anlage rund um den Motor - Kühlung, Abgas, Brennstoff, Steuerung - muss zum selben Termin da sein, sonst wartet das Aggregat. Unsere Seiten zu Gasturbinen und Rechenzentren behandeln beide Anlagenarten.
Quellen: Mitsubishi Heavy Industries, MHI (Präsentation 1. Halbjahr GJ 2026)
