Arizona Public Service erwartet, dass seine Spitzenlast in den nächsten 15 Jahren um rund 3,4 Prozent pro Jahr wächst, vor allem durch Industrie und Rechenzentren, und will einen Teil davon mit rund 4.000 MW neuer Gaskraftwerksleistung decken. Die Zahlen stammen aus dem integrierten Ressourcenplan, den APS Ende Oktober bei der Arizona Corporation Commission eingereicht hat; Utility Dive berichtete am 4. November darüber, einen Tag nachdem die Muttergesellschaft Pinnacle West ihre Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht hatte.
Wieder ein Rekordsommer
Laut Ergebnismitteilung erreichte das APS-Netz am 2. August eine historische Spitzenlast von 9.166 MW. Die Last lag im Quartal dreimal über 9.000 MW und übertraf den Vorjahresrekord von 8.648 MW ein Dutzend Mal; es ist das vierte Jahr in Folge mit einem neuen Sommerrekord. Der Absatz an Gewerbe- und Industriekunden stieg im Quartal um 14,5 Prozent. Im Ressourcenplan rechnet APS für 2041 mit einer Spitzenlast von über 14,5 GW, rund 60 Prozent über dem heutigen Rekord, und mit einem Endkundenabsatz von etwa 80.600 GWh gegenüber rund 34.200 GWh im Jahr 2025.
Was der Plan vorsieht
Der Gasanteil, wie Utility Dive ihn aufführt:
- 1.107 MW neue Gasturbinen an bestehenden APS-Standorten sowie Leistungssteigerungen bei Tolling-Anlagen zwischen 2026 und 2030;
- der Standort Cholla, der bis 2030 als 387-MW-Gaskraftwerk neu aufgebaut wird;
- Desert Sun, ein für 2032 geplantes GuD-Kraftwerk mit 1.238 MW, das die im Plan so genannte Abonnementlast von Großkunden bedienen soll.
Hinzu kommen in den nächsten zwei Jahren rund 2 GW Solarleistung im Kraftwerksmaßstab und 2,5 GW Batteriespeicher. Außerdem will APS das Kohlekraftwerk Four Corners bis 2038 weiterbetreiben, statt es 2031 stillzulegen, was den Kunden nach eigenen Angaben fast 1 Milliarde US-Dollar sparen könnte. Umweltverbände kritisierten diesen Teil des Plans.
Mit der Nachfrage der Rechenzentren geht der Versorger eher vorsichtig um. Das Rekordinteresse von Großkunden bezeichnet er als Risiko von Lasten, die nie kommen, und sichert sich mit Mindestabnahmen, Sicherheiten und Ausstiegsgebühren ab. Vorstandschef Ted Geisler fasste die Linie des Unternehmens in der Mitteilung zusammen: Wachstum soll für Wachstum zahlen, das heißt, ein Rechenzentrum oder eine Fabrik bezahlt die Infrastruktur, die für sie gebaut wird.
Hitze gehört zur Planung
Arizona gehört zu den schwierigsten Standorten für den Sommerbetrieb thermischer Kraftwerke, und die genannten Rekorde fielen genau in diese Wochen. Gasturbinen verlieren Leistung, wenn die Ansaugluft wärmer wird, und Motoren und Stromaggregate brauchen eine Kühlung, die auch bei der höchsten Umgebungstemperatur des Standorts noch funktioniert, nicht nur bei einem Auslegungspunkt. Wer Notstrom- oder Überbrückungsleistung für ein Rechenzentrum in der Wüste plant, während die Kraftwerke des Versorgers noch Jahre entfernt sind, sollte den heißesten Tag an die erste Stelle der Anfrage setzen. Mehr zu diesen Anlagen auf unseren Seiten zu Gasturbinen und Kraftwerken.
Quellen: Utility Dive, Pinnacle West (SEC-Meldung)
