Cummins hat am 5. November das dritte Quartal vorgelegt, und der Geschäftsbereich, der große Motoren und Stromaggregate baut, erzielte sein bisher bestes Quartal. Der Umsatz von Power Systems lag bei 2.289 Millionen US-Dollar, 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und die EBITDA-Marge des Segments stieg von 22,9 auf 25,4 Prozent. Vorstandschefin Jennifer Rumsey führte das in der Mitteilung auf den Bau von Rechenzentren zurück: Die Nachfrage nach Stromerzeugungsanlagen sei außergewöhnlich stark.
Woher das Wachstum kam
Innerhalb des Segments erreichte der Umsatz mit Stromerzeugung 1.557 Millionen US-Dollar, nach 1.280 Millionen im selben Quartal 2025; das Generatorgeschäft (Lichtmaschinen) legte auf 214 Millionen zu. Die Industriemotoren lagen leicht im Minus. Laut Mitteilung wuchs der Segmentumsatz in Nordamerika um 20 Prozent und international um 11 Prozent, angeführt von der Nachfrage nach Rechenzentren in den USA, China und im asiatisch-pazifischen Raum.
In der Telefonkonferenz lieferte Rumsey weitere Einzelheiten. Der Umsatz mit Stromerzeugung in Nordamerika stieg um 22 Prozent, auch dank Fertigungskapazität, die Ende 2025 hinzukam, und in China wuchsen die Verkäufe von Stromerzeugungsanlagen um 42 Prozent. Finanzchef Mark Smith sagte, die internationalen Aufträge für Rechenzentren seien inzwischen etwa so hoch wie die im Inland; China und Südostasien zögen am schnellsten an.
Für den gesamten Konzern betrug der Umsatz 9,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 13 Prozent, und das EBITDA erreichte mit 18,9 Prozent vom Umsatz einen Rekord. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde auf etwa 10 Prozent Wachstum gesenkt, vor allem wegen der schwächeren Nachfrage nach Pick-ups in Nordamerika und nicht wegen der Stromerzeugung.
Ausgebucht bis 2028
Aussagekräftiger sind die Zahlen zur Zeit. Rumsey sagte, die Aufträge für die größeren Stromaggregate reichten inzwischen bis in die zweite Hälfte 2028, und Cummins habe mit einigen Hyperscalern vertragliche Zusagen, die über das feste Auftragsbuch hinausgehen. Der Auftragseingang im Quartal lag über den Erwartungen des Unternehmens. Die Kunden wichen außerdem auf die nächstkleinere Größe aus, so Rumsey, weil die größeren Ausführungen weiterhin knapp seien.
Die Lieferkette bremst. Ein Zulieferproblem im Quartal habe rund 200 Millionen US-Dollar Umsatz ins vierte Quartal verschoben, sagte Smith, und Cummins erwarte, die meisten dieser Lieferungen bis zum Jahresende nachzuholen. Die Kapazität soll 2027 steigen, der größte Teil des Zuwachses folgt 2028, sowohl für Notstrom als auch für den Dauerbetrieb. Ein 130-Liter-Erdgasmotor ist in der Entwicklung, Pilotanlagen sind für 2028 geplant, nennenswerter Umsatz nicht vor 2029; der 78-Liter-Gasmotor ist bereits in Produktion. Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatzplus von 15 bis 18 Prozent bei Power Systems.
Kleinere Aggregate, dafür mehr davon
Sind die größten Stromaggregate ausverkauft, wartet ein Projekt nicht, sondern ändert die Auslegung. Zwei kleinere Aggregate statt eines großen bedeuten mehr Einheiten auf dem Gelände, mehr Abgasschornsteine, mehr Kühlung, die untergebracht werden muss, und mehr Anschlüsse an die Schaltanlage. Es verändert auch das Wartungsbild des Standorts. Wer die Spezifikation für ein Rechenzentrum schreibt, das 2028 fertig sein soll, sollte frühzeitig fragen, welche Baugrößen für diesen Termin noch angeboten werden, und den Standort um die Antwort herum planen. Caterpillar hatte wenige Tage zuvor ein ähnliches Bild gezeichnet, wie in unserem Bericht zu dessen Quartal nachzulesen ist.
Quellen: Cummins (SEC filing), The Motley Fool (call transcript)
