Ein Rechenzentrums-Campus im Süden Idahos soll vollständig mit einem eigenen Gaskraftwerk betrieben werden. TerraVolt Holdings, ein kleiner Projektentwickler aus Tustin, Kalifornien, hat Optionsverträge über den Kauf von 1.077 Acres im Cassia County außerhalb der Stadt Declo unterzeichnet, wie das Unternehmen am 30. Oktober mitteilte. Geplant sind zunächst 240 MW Erzeugung vor Ort, im Inselbetrieb ohne Verbindung zum örtlichen Netz.
Eine Option, noch kein Kauf
Einige Berichte meldeten, TerraVolt habe das Land gekauft. Die Meldung des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht SEC beschreibt dagegen zwei Optionen mit dem Grundeigentümer Wickel Land Company zu 30.000 US-Dollar pro Acre: rund 903 Acres gegen Barzahlung und rund 174 Acres, bezahlt mit einer durch diese Parzelle besicherten Wandelanleihe. Beide müssen gemeinsam ausgeübt werden und laufen bis zum 23. Oktober 2027, mit einer möglichen Verlängerung um sechs Monate.
Das Gelände ist für Mischnutzung ausgewiesen und liegt am State Highway 81 nahe der Interstate 84, in der Nähe von Fernglasfasertrassen und der Williams Northwest Pipeline. Das Gas soll über einen festen Liefervertrag über 55.000 MMBtu pro Tag kommen, den TerraVolt Anfang des Jahres bekanntgegeben hatte. Ob das Kraftwerk Gasmotoren oder Turbinen erhält, lässt die Meldung offen; sie nennt beide, zusammen mit Schaltanlagen und Transformatoren, unter den Ausrüstungen, deren Lieferzeiten ein Risiko für das Projekt darstellen.
Erschlossene Flächen mit Strom verkaufen
Die Rechenzentren selbst will TerraVolt nicht betreiben. Sobald das Gelände genehmigt ist, sollen baureife Grundstücke verkauft und über langfristige Lieferverträge mit Strom versorgt werden. Vorstandschef Joel Stone argumentiert, dass der Verzicht auf den Netzanschluss die Warteschlangen für den Netzzugang umgeht, die Zeit bis zur Stromversorgung verkürzt und die örtlichen Stromkunden von den Kosten freihält. Jedes Gebäude auf dem Campus muss eine wassersparende Kühlung wie geschlossene Kreisläufe verwenden, eine Bedingung jedes Grundstücksverkaufs; das Unternehmen erwartet, dass Wasser überwiegend für Sanitär- und Brandschutzzwecke gebraucht wird. BeBeez weist darauf hin, dass das Unternehmen als Geothermie-Entwickler begonnen und sich inzwischen dem Erdgas zugewandt hat.
Wo ein solcher Plan schwierig wird
Inselstrom für ein Rechenzentrum ist eine andere Aufgabe als Notstrom. Ohne Netz als Rückfallebene braucht das Kraftwerk genügend redundante Einheiten, um Wartung und Ausfälle abzudecken, es muss der Last der IT-Hallen eigenständig folgen, und jede Maschine läuft viele Stunden im Jahr, durch alle Jahreszeiten des Standorts. Die Mitteilung schreibt für die Gebäude eine wassersparende Kühlung vor, sagt aber noch nichts darüber, wie das Kraftwerk selbst gekühlt werden soll. Ein Entwickler im Optionsstadium hat noch Zeit, diese Punkte in die Spezifikation aufzunehmen. Unsere Seite zur Stromerzeugung behandelt die Kühlungsseite solcher Anlagen; einen ähnlichen netzfernen Ansatz erörtert unser Bericht über die Wärtsilä-Studie.
Quellen: TerraVolt (Pressemitteilung, SEC-Meldung), TerraVolt (Form 8-K), BeBeez
