Sieben gasbetriebene Verdichterstationen werden durch eine einzige elektrisch betriebene Station ersetzt, und Wärtsilä wurde mit der Stromversorgung beauftragt. Am 22. Oktober meldete das Unternehmen einen Auftrag über fünf Wärtsilä-31SG-Gasmotor-Stromaggregate, eine 59 MW große Erweiterung eines Kraftwerks in Moomba in Südaustralien. Als Kunden nennt Wärtsilä nur einen der großen australischen Öl- und Gasproduzenten.
Eine Verdichterstation statt sieben
Das Projekt modernisiert die in die Jahre gekommene Gasfeldinfrastruktur rund um Moomba. Statt die Verdichtung auf sieben gasbetriebene Stationen zu verteilen, ersetzt der Produzent sie durch eine zentrale, elektrisch angetriebene Station. Die Motoren der Kraftwerkserweiterung liefern den Strom dafür und laufen mit Gas aus den örtlichen Feldern von Moomba.
Der Auftrag wurde im dritten Quartal 2026 gebucht, die Motoren sollen Mitte 2027 ausgeliefert werden. Wärtsilä unterstützt das Projekt außerdem beratend. Einen Vertragswert oder einen Starttermin für das Kraftwerk nennt die Mitteilung nicht. Kari Punnonen, Business Director für Australasien bei Wärtsilä Energy, sagt, die 31SG habe einen hohen Wirkungsgrad und passe zu Anwendungen, bei denen die Kosten der Gasförderung Vorrang haben. Ihre Flexibilität könne später auch den Weg zu nachhaltigen Brennstoffen öffnen.
Strom für einen Prozess, nicht für ein Netz
Fünf Einheiten für 59 MW ergeben bei gleichmäßiger Lastverteilung rund 12 MW je Motor. Das ist eine einfache Division. Die Mitteilung sagt nicht, wie die Anlage aufgebaut ist oder ob ein Motor als Reserve vorgehalten wird, und genau das fragt ein Betreiber bei einer solchen Anlage zuerst. Ein netzgekoppeltes Kraftwerk kann bei Ausfall eines Motors auf das Netz zurückgreifen. Ein Kraftwerk, das nur eine Verdichterstation versorgt, ist dagegen nur auf sich selbst angewiesen, und der Gasfluss hängt an ihm.
Feldgas ist außerdem nicht dasselbe wie Pipelinegas, und seine Zusammensetzung kann von Feld zu Feld und mit den Jahren schwanken. Die Mitteilung sagt nur, dass die Motoren mit örtlichem Gas laufen. Wie viel Aufbereitung es vor den Motoren braucht, bleibt damit offen, und wer eine solche Anlage plant, sollte diese Frage früh stellen. Der Wirkungsgrad, den Wärtsilä als Grund für die Auswahl nennt, hat auf der Anlagenseite eine einfache Bedeutung: Jede Einheit Brennstoff, die nicht zu Strom wird, verlässt die Anlage als Wärme über Abgas und Kühlkreisläufe, und der Standort muss sie an die Umgebungsluft abführen.
Es ist der zweite australische Motorenauftrag von Wärtsilä innerhalb von drei Wochen; der erste war das 300-MW-Kraftwerk zum Netzausgleich. Die beiden Projekte haben außer dem Hersteller wenig gemeinsam: Das eine versorgt ein Netz, das andere ein Gasfeld. Allgemeines zu motorbetriebenen Kraftwerken finden Sie auf unseren Anwendungsseiten.
Quellen: Wärtsilä
