Wenn ein Netzbetreiber eine Leitung für geplante Arbeiten abschaltet, hält ein gemieteter Generator die Straße mit Strom versorgt. SP Energy Networks, ein britischer Stromnetzbetreiber, hat nun die nächsten vier Jahre dieses Geschäfts geregelt und dabei den Kraftstoff gewechselt. Fachmedien berichteten am 22. Oktober, dass das Unternehmen £46 Millionen in einen Rahmenvertrag für die Miete von Generatoren investiert und die Reservesätze mit hydriertem Pflanzenöl, HVO, statt mit Diesel betrieben werden.
Vier Mietfirmen, fünf Regionen
Der Rahmenvertrag läuft vier Jahre und geht an vier Firmen: Generator Hire North Wales, Generator Power, GWF Generators und Rehlko. Er deckt Mittel- und Südschottland, Cheshire, Merseyside, Shropshire und North Wales ab. Die Generatoren sollen Kunden bei geplanten Arbeiten und Stromausfällen versorgen; das Unternehmen stellt den Rahmenvertrag außerdem als Quelle für Arbeitsplätze, Ausbildung und Aufträge in seinen Betriebsgebieten dar.
HVO wird aus Altspeiseöl, anderen Pflanzenölen und tierischen Fetten hergestellt. Laut den Berichten gibt das Unternehmen an, dass seine CO2-Emissionen weit unter denen von Diesel liegen. Eine Prozentangabe oder eine Tonnage wird nicht genannt. Die Artikel sagen außerdem nicht, wie viele Generatoren beteiligt sind, wie groß sie sind, wann die neue Regelung beginnt oder was die £46 Millionen im Einzelnen abdecken. Ein Lizenzdirektor des Unternehmens bezeichnete den Rahmenvertrag als große Veränderung in der Art, wie das Unternehmen arbeitet.
Was man vor einem Mietvertrag mit Kraftstoffangabe klären sollte
Ein Kraftstoffwechsel bei einer Mietflotte sieht von der Käuferseite einfach aus und ist aus Sicht des Mietbetriebs nicht immer einfach. Motoren in einer gemischten Flotte stammen von verschiedenen Herstellern und aus verschiedenen Baujahren. Deshalb lautet die erste Frage, ob jeder Hersteller seinen Motor für HVO freigegeben hat und zu welchen Bedingungen. Das sollte man schriftlich haben, bevor der Kraftstoff im Vertrag steht. Die zweite Frage ist praktischer Natur: Reservesätze stehen zwischen den Einsätzen lange still, daher sind Lagerung des Kraftstoffs und die zulässige Verweildauer im Tank wichtiger als bei einem Aggregat, das täglich läuft.
Dieselben Fragen gelten für eine Netzersatzanlage in einem Rechenzentrum oder einem KWK-Standort, der HVO prüft. Die Aggregate sind dieselben Maschinentypen. Frühere Beiträge in dieser Reihe: Rehlkos überarbeitete Gas-Generatoren der KG-Reihe und unsere Seite zur Stromerzeugung.
Quellen: The Energyst, Renewable Energy Magazine
